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...Die Schatten des Vorhangs, der Lenja ein wenig vor der grellen Sommersonne schützen sollte, zeichnete ulkige Gestalten und Gesichter auf die weisse Bettdecke und die ebenso weissen Krankenhauswände. Manche Gesichter waren zum Lachen und andere sahen eher traurig aus. So traurig, wie die Gesichter der Eltern, als sie Lenja mitteilten, dass sie sehr krank sei und für eine ziemlich lange Zeit ins Krankenhaus müsse...
„Lenja, man darf die Hoffnung nie aufgeben. Verstehst du? Alles im Leben darf man augeben. Nur die Hoffnung nicht. Man darf auch alles im Leben verlieren.Nurdie Hoffnung nicht. Die niemals. Hörst du?“ Lenja dachte am Abend noch lange über die Sachen nach, die sie mit ihrer Patentante am Nachmittag besprochen hatte. Nein, die Hoffnung hatte sie nun wirklich noch nie verloren. Einen Hausschlüssel und einen Turnbeutel mit nagelneuen Turnschuhen, den ja. Aber die Hoffnung? Die hatte sie noch nie verloren...
Seit Lenja wusste, dass die Krankheit Krebs nichts mit den zwickenden Krebsen und Hummern im Meer zu tun hat, war ihr auch gleich viel wohler. Sie hatte sich nämlich schon lauter kleine, wachsende Krebse in ihrem Blut vorgestellt und fand das ziemlich ekelig und unheimlich. In ihrem Blut deshalb, weil Leukämie ja Blutkrebs ist....
Lenja schaute immer noch aus dem Fenster. Auch sie weinte. Sie weinte um alles, was sie verloren zu haben schien. Um ihr altes Leben, um ihre Familie und Freunde, die sie so sehr vermisste und auch aus Angst. Aus Angst auch sterben zu müssen. Und um Isabell. Doch seltsamerweise war sie nicht nur traurig, weil Isabell nun tot war, sondern auch weil sie Isabell so schrecklich vermisste, dass es ihr im ganzen Körper weh tat.....
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